- Erfahrungen der Stipendiaten (Frühjahr 2008)
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Es war spannend, sich als
Tscheche in ein deutsches
Hörfunk-Studio zu setzen
und eine ganze Reportage
nach tschechischer Art
und Weise vorzubereiten.
Dass sie dann genauso
gesendet wurde, war
natürlich eine Genugtuung
für mich.<
Vojtěch Berger, 24 Jahre, Prag, Český rozhlas 1
- Radioľurnál/Deutschlandradio Kultur
>Die Redaktion hat mir
viel Freiheit gegeben
und viel Hilfe angeboten.
Das Schreiben für den
Tagesspiegel hat mir
viel Spaß gemacht, und
deshalb zeigte ich auch
mehr Initiative.<
Małgorzata Borkowska, 30 Jahre, Warschau, Trybuna/Der Tagesspiegel
>Die Medien in Rumänien
sind sehr provinziell und
gar nicht professionell,
aber die Journalisten
mit Erfahrung sind dort
genauso gut wie erfahrene
Journalisten hier.<
Stefan Candea,
28 Jahre, Bukarest, Sat.1 (Akte '08),
ZDF (Frontal 21)
>Die Reise nach Berlin
Anfang März war meine
erste nach Polens Beitritt
zum Schengen-Gebiet.
So bin ich nicht in ein
Land gereist, das von
meinem durch eine Grenze
getrennt ist, sondern in
Europa geblieben.<
Magdalena GwóĽdĽ,
25 Jahre, Katowice, frei/Deutsche Welle
>Als Vertreterin einer
bekannten deutschen
Zeitung wird man oft
anders behandelt als eine
'freiberufliche Journalistin
aus Polen'.<
Agnieszka Hreczuk,
32 Jahre, Warschau, frei/
taz - die tageszeitung
>Ein schockierender
Moment war es, von der
Schließung von Radio
Multikulti zu hören. Es ist
schwer zu verstehen, dass
ein Sender, der die Vielfalt
der Hauptstadt repräsentiert,
nicht mehr notwendig
sein soll.<
Aukse Kancerevičiute, 34 Jahre, Vilnius/Wilna,
Litauischer Rundfunk, Radio Klasika/
rbb Multikulti
>Berlin ist zum Symbol für
die vor 20 Jahren unvorstellbaren
Veränderungen
geworden, von denen sich
selbst diejenigen immer
wieder überrascht fühlen,
die sie an eigener Haut
erfahren haben.<
Talivaldis Kronbergs, 32 Jahre, Riga, frei/
rbb Brandenburg aktuell, N 24
>So ungefähr funktioniert
Spiritualisierung auf Berliner
Art: Der Dalai Lama,
übrigens auch ein Mittler
zwischen den Völkern,
erscheint auf meiner
multikulti Flusslandschaft,
und ich erlebe es mit.<
Sarolta Németh, 27 Jahre, Budapest, Duna TV/
Deutsche Welle TV
>Ich beneide die Berliner
Kollegen. In der deutschen
Hauptstadt brennt
fast täglich etwas, es
passieren Unfälle, es gibt
einen Skandal oder eine
lustige Geschichte.<
Jaroslav Paclík, 31 Jahre, Jihlava/Iglau, Jihlavský deník/
Berliner Kurier
>Wir haben in der
Schule gelernt, dass die
deutsche Hauptstadt in
den zwanziger Jahren als
eine Art Hochburg von
Freiheit und Extravaganz
galt. In Kreuzberg habe
ich jetzt etwas vom
damaligen Lebensgefühl
erahnen können.<
Dora Sindelyes, 35 Jahre, Budapest, HVG/Vanity Fair,
Das Magazin
>Die bessere Einsicht in die
deutschen Medien ist für
die professionelle Zukunft
hilfreich. Leider muss ich
feststellen, dass auch deutsche
Medien für meinen
Geschmack häufiger hinter
Schlagzeilen her waren als
hinter den Tatsachen.<
Kristian Slovak, 28 Jahre, Bratislava, Trend/Die Welt
>Meine Kollegen beim RBB
verwendeten eine mir
fremde Arbeitsmethode:
Sie sprachen den Text zum
Beitrag nach dem Schnitt.
Ich zeigte ihnen, dass bei
uns die Arbeitsphasen
umgekehrt sind. Am Ende
einigten wir uns, dass eine
Mischung das Beste wäre.<
Laura Szaplonczai, 28 Jahre, Budapest, Hir TV/rbb Quivive
>Es tut gut, wenn man über
heimische Topthemen jetzt
mit Abstand nachdenkt
und sie sich mit 'anderen'
Augen anschaut. Dazu
kommt auch, dass man oft
merkt, wie viele gemeinsame
Themen wir haben.<
Kristiina Tamberg, 34 Jahre, Tallin, Ärielu/Financial Times
Deutschland
>Im Ressort Lokales
der Berliner Zeitung zu
arbeiten, war darum für
mich, wie an der Quelle
meines Interesses zu
sitzen, mit dem Extra, dass
einem vom 14. Stock die
ganze Stadt zu Füßen lag.<
Barbara Vincze, 31 Jahre, Budapest, index.hu/
Berliner Zeitung
>Eisenhüttenstadt ist nur
110 Kilometer von Berlin
entfernt, aber ich fühlte
mich dort wie in einer
anderen Welt. Alles ist hier
grau ? die Betonblocks,
die Strassen, die Häuser,
sogar der Himmel über
der Stadt.<
Elise Wilk, 26 Jahre, Braşov/Kronstadt,
Transilvania Expres/Neues Deutschland